SGM Aufstiegsspiel 29.4.2017

Kirchbreg 1

 (2290)

Bodan 1

 (2311)

4

4

Turdyev Anvar 2408 Breder Dennis 2458 1/2 1/2
Lehmann Marco  2314 Weindl Alfred  2353 1 0
Bondar Yevgen  2335 Kühn Peter  2349 1/2 1/2
Lehmann Andreas  2273 Hommeles Theo  2391 1/2 1/2
Adler Joël  2249 Knödler Dieter  2286 0 1
Muheim Lukas  2292 Wildi Marcel  2262 1/2 1/2
Zimmermann Peter  2255 Schmid Michael  2205 1/2 1/2
Muheim Sebastian  2193 Egle Stefan  2187 1/2 1/2

Kirchberg steigt in die  l. Bundesliga auf.

Der grosse Tag war gekommen. Am 29. April 2017 empfingen wir zum Highlight der diesjährigen SGM-Saison den Schachklub Bodan im Altersheim Kirchberg, in welchem der Aufsteiger von der zweiten in die 1. Bundesliga ermittelt wurde. Noch nie war eine vorgängige Prognose über den Ausgang eines Spiels so schwierig wie bei dieser Begegnung. Beide Teams spielten nahezu mit der bestmöglichen Besetzung. Einzig Frank Zeller, Internationaler Meister und die Nummer 2 in den Reihen Bodans, fehlte der Mannschaft vom Bodensee. Ansonsten waren sämtliche Spitzenspieler bereit für ihr Team alles zu geben. Auf dem Papier war dieser Kracher daher ein Spektakel auf Augenhöhe; und diese spannende Ausgangslage konnte auch in den einzelnen Partien wiedergefunden werden.

Nach den ersten Stunden fanden sich auf allen acht Brettern sehr ausgeglichene Stellungen, einzig Sebi gelang es aufgrund von aktivem und mutigem Spiel von Beginn weg seinen Gegner unter Druck zu setzen und diesen bereits nach kurzer Zeit vor schwierige Herausforderungen zu stellen. An den restlichen Brettern waren jedoch noch keine Tendenzen erkennbar. Doch plötzlich schlug die Stellung von Marco um. So schaffte er es, seinem Kontrahenten Alfred Weindl (2353) am Königsflügel unlösbare Probleme zu präsentieren und schon bald darauf den ersten Sieg für Kirchberg einzufahren. Da dies am zweitvordersten Brett und auch noch mit den schwarzen Figuren gelang, muss über die enorme Bedeutung dieses Resultats nicht lange diskutiert werden; das war eine Klasseleistung! Kurze Zeit später jedoch musste Joel seinem Gegner Dieter Knoedler (2286) zum Sieg gratulieren. Dieser gewann in einer umkämpften Partie die Oberhand und richtete mit den beiden Türmen auf der offenen C-Linie grosses Unheil an. Somit stand es nach zwei Schwarzsiegen 1-1, aufgrund der höheren Brettpunkte waren wir aber trotz des Ausgleichs nachwievor leicht im Vorteil, so hätten uns doch nun sechs weitere Unentschieden den Aufstieg gesichert. Als nächstes einigten sich Yevgen und der leicht stärkere Peter Kühn (2349) auf ein Remis. Yevgen kam nicht mit viel Vorteil aus der Eröffnung, schaffte es jedoch dank einer Ungenauigkeit seines Gegners in eine gute Position zu kommen. Kühn verteidigte sich aber sehr solid und machte keine weiteren Fehler. An Brett 4 versuchte ich mich mit Schwarz gegen Theo Hommeles (2391) zu bewähren. Die Partie mündete in eine lange Theorievariante der Sveshnikov Eröffnung. Dass Weiss in dieser Variante die Möglichkeit hat, eine Qualität zu gewinnen, versetzte Peter Spring in eine Art Schockzustand, was mich dazu veranlasste, ihn später zur Seite zu nehmen und ihm beruhigend mitzuteilen, dass dies normal in dieser Eröffnung sei und er sich keine Sorgen hätte machen müssen. Eine gute Vorbereitung und die Tatsache, dass ich seit langem wohl eines meiner besten Spiele an diesem wichtigen Tag abliefern konnte, führten nach einer langen und ordentlichen Partie von beiden Seiten zum Remis. In der Zwischenzeit hatte Sebi leider seinen Vorteil wieder eingebüsst, was jedoch vor allem seinem stark agierenden Gegner Stefan Egle (2187) gelegen hat. Trotzdem lief Sebi in der gesamten Partie niemals in Gefahr, dieses Spiel verlieren zu können. Dies mit Schwarz in einem so eminent wichtigen Spiel zu erreichen verdient grosse Anerkennung! Auch Lukas zeigte an Brett 6 mit Schwarz eine mehr als anständige Leistung. Er zwang seinen Gegner zu vielen Berechnungen und Zeitinvestitionen und hatte gemäss eigenen Angaben mehrmals die Chance zum Sieg. Marcel Wildi (2262) stemmte sich jedoch mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage und hatte zum Schluss sogar eine etwas bessere Stellung auf dem Brett, weshalb wir alle über seine Annahme des Friedensangebots von Lukas froh waren. Der Spielstand lautete nun also 3-3 und es spielten nur noch Anvar und Peter, beide mit Weiss. Peter bekam es mit dem sympathischen aber leider sehr zähen Michael Schmid (2205). Dies war wohl die Partie mit den meisten Auf und Abs. Schon früh hätte Peters Gegner ein Remis erzwingen können, tat dies aber nicht und bescherte Peter zwischenzeitlich eine gewonnene Stellung. Kurz darauf änderte sich das Bild und Michael hätte die Chance zum Sieg gehabt. Auch er liess diese jedoch ungenutzt. Die logische Folge daraus war ein alles in allem gerechtes Unentschieden, welches zum Zwischenstand 3,5 – 3,5 führte. Und da Anvar, der extra für dieses Spiel aus Kroatien eingeflogen wurde, gegen den klar stärksten Bodaner Denis Breder (2458) einen Weltklassetag einzog und ein Endspiel mit Mehrbauer auf dem Brett hatte, waren wir mehr als zuversichtlich dass es für den ersehnten Aufstieg reichen wird. Anvar kämpfte noch lange um den ganzen Punkt, musste aber die beeindruckenden und fehlerfreien Verteidigungsfähigkeiten von Breder neidlos anerkennen und begnügte sich schlussendlich ebenfalls mit Remis. Das Endresultat hiess also 4-4, dank Marcos Sieg aber an Brett Zwei wiesen wir die besseren Brettpunkte auf und dürfen uns ab nächster Saison wieder „Erste Bundesligisten“ nennen!

Ein grosses Dankeschön gilt an dieser Stelle auch unseren treuen Zuschauer aus der zweiten Mannschaft, welche sich an diesem schönen Tag die Zeit nahmen und moralisch zu unterstützen. Nach dem Spiel verschoben wir uns noch in das Restaurant Bären, wo wir unseren erkämpften Aufstieg feierten und bereits Pläne für die neue Saison schmiedeten. Wir freuen uns riesig!!

Andi