Kirchberg (Ø 1887) – Bern 2 (Ø 1855)  3,5 – 2,5

Markus Martig (2070) – Nguyen Ly (1903) 1-0
René Tanner (1915) – Adrian Mauerhofer (1884) 1/2
Reto Marti (1946) – Jörg Brauchli (1874) 1/2
Hanspeter Luginbühl (1847) – Thomas Wälti (1995) 0-1
René Weber (1763) – Alexander Rudnev (1695) 1/2
Hanspeter Schüpbach  (1778) – Fabian Pellicoro (1778) 1-0

Das Ergebnis entspricht einigermassen der Papierform, wir waren an vier Brettern ELO-mässig etwas besser besetzt als die Berner. Trotzdem war’s nicht ganz einfach. René und Reto vereinbarten mit ihren Gegnern remis, Küsu behielt in einer recht verwickelten Stellung die Übersicht und gewann. Danach musste Hanspeter, der gegen den stärksten Berner spielte, seine Stellung mit Turm und Springer plus Bauern gegen Dame plus Bauern aufgeben, weil er einen Freibauern seines Gegners nicht mehr in den Griff bekam. Schübi bot in etwa ausgeglichener Stellung remis an, welches sein Gegner ablehnte, ein Fehler, wie wir alle wissen. Um den Sieg zu erringen, musste Schübi aber etwas tricksen, in der Zeitnot seines Gegners machte er einen höchst zweifelhaften Zug, welcher wohl eher Richtung Niederlage ging. Weil sein Gegner aber nicht richtig darauf reagierte, wurde es dann der Gewinnzug. Ich bot sofort nach Schübis Sieg in ausgeglichener Stellung remis an, weil dies für den Mannschaftssieg reichte. Zu meiner Überraschung nahm mein Gegner ohne lange zu überlegen an.

René Weber

 

 

Kirchberg 1  Riehen 1 :
Anvar Turdyev Thimothée Heinz 1 : 0
Andreas Lehmann Evgeny Degtiarev ½ : ½
Marco Lehmann Max Scherer 0 : 1
Joël Adler Heinz Wirthensohn ½ : ½
Lukas Muheim Xaver Dill ½ : ½
Sebastian Muheim Gregor Haag ½ : ½
Peter Zimmermann Peter Erismann ½ : ½
Lena Georgescu Marc Schwierskott 1 : 0

Rettung in der Schlussrunde!

Obwohl wir nach den ersten sechs Runden nur einen Mannschaftspunkt vorzuweisen hatten, durften wir uns durchaus noch realistische Chancen auf den Klassenerhalt machen. Einerseits musste unser direkter Konkurrent aus Lyss-Seeland, welcher zugleich Gastgeber für die zentrale Schlussrunde war, noch gegen die stärkste Mannschaft der Liga, Gonzen, antreten. Und zum anderen erwartete uns mit der Schachgesellschaft Riehen ein Gegner, gegen den wir in der Vergangenheit schon einige Male punkten konnten. Die Vorzeichen liessen uns also hoffen!

Leider erwischten wir aber alles andere als einen glücklichen Start. Lukas hatte nach eigenen Angaben eine Eröffnungsvariante verwechselt und willigte daher bereits früh in ein Remis gegen einen etwas schwächeren Gegner ein. Noch schlimmer erging es aber Marco am dritten Brett. Seine Stellung schien auf den ersten Blick zwar sehr aktiv und angriffig zu sein, erweckte jedoch aufgrund der Kompliziertheit auch stark den Eindruck, dass bereits der kleinste Fehler mit verheerenden Folgen verbunden sein könnte. Tatsächlich machte er bei einer längeren Variantenberechnung genau einen solchen Fehler und musste die Waffen strecken. Erfreulicherweise konnte Lena kurze Zeit später den ersten Sieg für uns verbuchen. Mit einem wunderschönen Springeropfer zerlegte sie die gegnerische Festung und stellte gleich mehrere höchstunangenehme Drohungen auf, die nicht mehr zu parieren waren. Somit war der Spielstand nach drei beendeten Partien ausgeglichen und auch ein Blick über unsere Schultern auf die Begegnung von Lyss rechtfertigte unsere Hoffnungen, auch in der kommenden Saison noch erstklassig spielen zu können, noch zusätzlich. Am ersten Brett zeigte Anvar in gewohnter Manier eine äusserst solide und beinahe fehlerfreie Vorstellung. Nach einem schönen Bauerngewinn hatte sein Gegner nicht genügend Gegenspiel und gab ein paar Züge später auf. Joel bekam es an Brett vier mit einem etwas stärkeren Gegenspieler zu tun, holte aber in einer wenig spektakulären Partie souverän ein Unentschieden, was uns unserem Ziel wieder ein Stück näher brachte. Peter stiess am siebten Brett auf deutlich mehr Gegenwehr als erwartet und musste nach mehreren Versuchen, die Partie doch noch für sich zu entscheiden, am Ende gar noch froh sein, dass sein Gegner sein Remisangebot akzeptierte. Da die Niederlage von Lyss gegen Gonzen zu diesem Zeitpunkt bereits besiegelt war, benötigten wir aus den letzten beiden Partien noch einen halben Punkt. Was sich so leicht daher sagt, war in Wahrheit ein Schwitzen bis zum Ende. Sebi und ich fanden uns jeweils in leicht schlechteren Endspielen wieder und mussten beide um den halben Punkt bangen. Doch Sebi schaffte es auf eindrückliche Art und Weise, sich aus seiner optisch eher bescheidenen Stellung zu befreien und den letzten notwendigen halben Punkt ins Trockene zu bringen. Die Gewissheit darüber, dass der Verbleib in der 1. Bundesliga nun nicht mehr von meinem Resultat abhängig war, löste bei mir eine riesen Erleichterung aus und verlieh mir offenbar Flügel. Denn auch ich konnte mein Endspiel halten und somit doch noch den ersten Mannschaftssieg der aktuellen Spielzeit sichern, was natürlich ein absolut traumhafter Abschluss unserer doch eher harzigen Saison bedeutete.

Nach einem reichhaltigen Apéro feierten wir unseren Sieg noch bei einem gemütlichen Abendessen zusammen mit der sympathischen Truppe aus Winterthur und philosophierten gemeinsam über unsere Partien und andere Dinge. Die Freude ist riesig!

Andreas